Du möchtest eine IP-Kamera montieren oder einen WLAN-Access-Point an der Decke betreiben und nur ein einziges Kabel verlegen? Genau hier kommt Power over Ethernet ins Spiel. Daten und Strom laufen gemeinsam über das Netzwerkkabel – praktisch, sauber und zuverlässig.
Was viele unterschätzen: Nicht jedes Netzwerkkabel ist für PoE gleich gut geeignet. Die falsche Wahl kann zu Verbindungsabbrüchen, Leistungseinbußen oder unnötiger Erwärmung führen. Gerade bei moderner Technik mit höherer Leistungsaufnahme spielt das eine große Rolle.
Wenn du verstehst, welche Kabeltypen es gibt und worauf es bei PoE wirklich ankommt, sparst du dir Ärger, Nachrüstarbeit und unnötige Kosten. Genau dieses Wissen bekommst du hier – verständlich erklärt und ohne Fachchinesisch.
Grundlagen zu PoE: Leistung, Standards und typische Einsatzbereiche

Power over Ethernet bedeutet, dass ein Gerät nicht nur Daten, sondern auch Strom über das Netzwerkkabel bekommt. Du brauchst also kein separates Netzteil am Einsatzort. Das ist ideal für schwer erreichbare Stellen wie Decken, Außenwände oder Technikschränke.
Technisch geregelt wird PoE über feste Standards. Die wichtigsten sind IEEE 802.3af (PoE), 802.3at (PoE+) und 802.3bt (PoE++). Sie unterscheiden sich vor allem in der maximalen Leistung. Während klassisches PoE bis zu 15,4 Watt liefert, sind mit PoE++ je nach Variante bis zu 90 Watt möglich.
Typische Geräte sind IP-Kameras, WLAN-Access-Points, VoIP-Telefone und kleine Netzwerk-Switches. Je moderner und leistungsfähiger das Gerät, desto höher ist meist auch der Strombedarf.
Für dich heißt das: Bevor du ein Kabel auswählst, solltest du wissen, welcher PoE-Standard genutzt wird. Davon hängen Stromstärke, Wärmeentwicklung und damit auch die Kabelanforderungen ab.
Netzwerkkabel im Überblick: Cat-5e, Cat-6, Cat-6a und Cat-7 sinnvoll einordnen
Netzwerkkabel werden in Kategorien eingeteilt, die etwas über Geschwindigkeit und Qualität aussagen. Für PoE ist das wichtig, aber nicht kompliziert. Cat-5e ist der Einstieg und reicht für viele einfache Anwendungen völlig aus.
Cat-6 bietet bessere Werte bei Störungen und ist heute ein guter Standard für Neuinstallationen. Cat-6a ist für höhere Datenraten und längere Strecken ausgelegt und besonders bei leistungsstarken Access Points sinnvoll. Cat-7 geht noch einen Schritt weiter, ist aber im Heimnetz oft überdimensioniert.
Für PoE gilt: Alle genannten Kategorien sind grundsätzlich geeignet. Der Unterschied liegt weniger in der Stromfähigkeit als in der Reserve bei Wärme und Störungen. Je höher die Kategorie, desto stabiler bleibt die Verbindung unter Last.
In der Praxis hat sich Cat-6 oder Cat-6a als sinnvoller Kompromiss bewährt. Du bist damit zukunftssicher aufgestellt und vermeidest Probleme, wenn später leistungsstärkere Geräte dazukommen.
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Strombelastung und Erwärmung: Darauf kommt es bei PoE-Kabeln wirklich an
Sobald Strom durch ein Kabel fließt, entsteht Wärme. Bei PoE ist das völlig normal, kann aber bei falscher Planung zum Problem werden. Besonders bei höheren PoE-Leistungen steigt die Temperatur im Kabel deutlich an.
Entscheidend ist der Leiterquerschnitt. Dünnere Adern erwärmen sich stärker als dickere. Deshalb sind hochwertige Kabel mit soliden Kupferleitern klar im Vorteil. Kupferbeschichtetes Aluminium solltest du für PoE möglichst vermeiden.
Auch die Anzahl der gleichzeitig betriebenen PoE-Geräte spielt eine Rolle. Werden viele Kabel gebündelt verlegt, kann sich die Wärme stauen. Das wirkt sich auf die Lebensdauer und die Datenübertragung aus.
Für dich heißt das: Setze auf vernünftige Kabelqualität und plane Reserven ein. Ein etwas besseres Kabel kostet wenig mehr, sorgt aber für stabilen Betrieb über viele Jahre – gerade bei Dauerläufern wie Kameras.
Kabellängen, Bündelung und Verlegeart: Praxisfaktoren mit Einfluss auf die Auswahl

Theoretisch sind bei Ethernet Kabellängen bis 100 Meter möglich. In der Praxis hängt das stark von der Qualität des Kabels und der PoE-Leistung ab. Je länger das Kabel, desto höher der Spannungsverlust.
Auch die Verlegeart ist entscheidend. Lose verlegte Einzelkabel haben weniger Probleme mit Wärme als dicke Kabelbündel in engen Leerrohren. In Kabelkanälen oder abgehängten Decken kann sich Hitze schneller aufbauen.
Besonders bei größeren Installationen solltest du darauf achten, Kabel nicht unnötig zu bündeln. Wenn es nicht anders geht, sind höherwertige Kabel mit besserem Leiterquerschnitt die sichere Wahl.
Plane außerdem etwas Reserve bei der Länge ein, aber übertreibe es nicht. Sauber geplante Strecken sorgen für bessere PoE-Stabilität und erleichtern spätere Änderungen.
Abschirmung und Leiteraufbau: UTP, FTP, S/FTP sowie AWG verständlich erklärt
Bei Netzwerkkabeln tauchen oft Kürzel wie UTP, FTP oder S/FTP auf. Sie beschreiben die Abschirmung gegen Störungen. UTP ist ungeschirmt, FTP hat eine Folienschirmung, S/FTP kombiniert mehrere Schutzschichten.
Für PoE ist Abschirmung nicht zwingend nötig, kann aber in störanfälligen Umgebungen sinnvoll sein. In der Nähe von Stromleitungen oder bei vielen parallelen Kabeln sorgt sie für stabilere Datenübertragung.
Wichtig ist auch der AWG-Wert. Er beschreibt den Drahtdurchmesser. Je kleiner die Zahl, desto dicker der Leiter. Für PoE sind niedrigere AWG-Werte besser, da sie weniger Wärme entwickeln.
Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, achte auf Vollkupfer, einen passenden AWG-Wert und eine Abschirmung, die zur Umgebung passt. Damit bist du technisch sauber aufgestellt.
Typische Szenarien: PoE-Kabel für IP-Kameras, Access Points und Außeneinsatz
IP-Kameras laufen oft rund um die Uhr und sind häufig draußen montiert. Hier sind wetterfeste Kabel mit stabilem Mantel und gutem Leiterquerschnitt wichtig. UV-Beständigkeit spielt ebenfalls eine Rolle.
WLAN-Access-Points benötigen je nach Modell mehr Leistung, vor allem bei Wi-Fi-6- oder Wi-Fi-7-Geräten. Hier lohnt sich Cat-6a, um Leistung und Reichweite zuverlässig abzudecken.
Im Innenbereich reicht meist ein solides Cat-6-Kabel. Im Außenbereich solltest du gezielt auf dafür freigegebene Kabel setzen, um Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen zu vermeiden.
Passe das Kabel also immer dem Einsatzzweck an. Das spart Geld und sorgt für langfristige Stabilität.
Häufige Fehler bei der Kabelwahl und wie du sie vermeidest
Ein klassischer Fehler ist der Griff zu billigen Kabeln ohne klare Spezifikation. Gerade bei PoE rächt sich das schnell durch Ausfälle oder instabile Verbindungen.
Auch zu knapp geplante Reserven sind problematisch. Wenn später ein stärkeres Gerät angeschlossen wird, kann das vorhandene Kabel an seine Grenzen kommen.
Ein weiterer Punkt ist falsche Verlegung. Enge Biegeradien, starke Zugbelastung oder unsaubere Abschirmung beeinträchtigen die Funktion.
Die Lösung ist einfach: Plane bewusst, setze auf Qualität und denke ein paar Jahre voraus. So bleibt dein Netzwerk zuverlässig und wartungsarm.
Fazit: Mit dem richtigen PoE-Kabel langfristig auf der sicheren Seite
Die Wahl des passenden Netzwerkkabels für PoE ist keine Wissenschaft, aber sie verdient Aufmerksamkeit. Wenn du Leistung, Kabellänge und Einsatzort berücksichtigst, triffst du schnell eine gute Entscheidung. Cat-6 oder Cat-6a mit Vollkupfer sind für die meisten Anwendungen eine sichere Basis.
Spannend ist, dass sich PoE ständig weiterentwickelt. Geräte werden leistungsfähiger und übernehmen immer mehr Aufgaben im Netzwerk. Umso wichtiger ist es, heute sauber zu planen, damit du morgen flexibel bleibst.
Vielleicht fragst du dich, ob dein bestehendes Kabel noch ausreicht oder ob ein Upgrade sinnvoll ist. Genau hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen und auch mal zu messen oder zu testen.
Probier ruhig Dinge aus, lerne dein Netzwerk kennen und sammle eigene Erfahrungen. Je besser du die Grundlagen verstehst, desto entspannter wird der Ausbau deines Heim- oder Firmennetzes.





